Niemand dreht seinen Runden

aus dem Tagebuch des Erwach(s)ens:

Montag, 4. Mai 2020

Ich erwachte gegen sechs Uhr friedlich vom Gesang der Vögel. Ich träumte als letzten Traum, ich wäre in einem Indianerausbildungscamp. Für die erste Aufgabe musste ich mich anstellen und warten. Als ich an der Reihe war ging ich durch eine seltsame Tür, durch die wie ein blind wurde und konnte danach kaum sprechen. Ich bekam die Aufgabe, viele Indianerrunden zum Wachwerden zu laufen, immer im Kreis, um damit ein Niemand zu werden. Mein Lehrer sagte, werde wie Gott, eins mit allem und gleichzeitig ein Nichts. Ich suchte meine Sachen, doch bis auf meinen Schlafsack, war alles verschwunden. Ich sagte lachend zu einem Freund, ich hab nichts mehr außer mein Handy. Er lächelte mich an und ich erwachte aus diesem Traum. 

Ich beschloss direkt ohne Frühstück in den Wald zu gehen und einen Platz für meine Runde zu finden. Ich probierte erstmal zwei Runden in mir vertrauten Unterholzwaldstücken anzulegen, indem ich eifrig Äste vom Boden beiseite legte und spitze vertrocknete Fichtenzweige, die in meinen Weg ragten von den Bäumen brach. Nach einer einer Stunde war ich fertig und bemerkte wie unzufrieden ich mit dem Verlauf der Runde und auch mit dem Verlauf der Übung war. Ich war kein Niemand, der seine Runden ging, sondern jemand, der ständig den Weg der Runde optimieren wollte, um die Schönheit des Weges zu genießen. Der Indianer in mir war sehr milde und lachte. Ich zog weiter um einen Platz zu finden, der besser geeignet war und weniger Arbeit erforderte. Ich sah im geistigen Auge einen möglichen idealen Platz und genauso war es auch. Der Weg den ich einschlug führte tiefer in den Moorwald und endete kreisfömig in einer Wendeschleife um einen Baum, alles war von Moos und frischen Blaubeersprießlingen bedeckt. Die Runde hatte einen Durchmesser von sieben Metern. Ich lief sie und bemerkte ziemlich schnell den Effekt dieser Übung, neben der morgentlich wohltuenden Bewegung, der frischen Waldluft, der friedlichen Atmosphäre eines lichtdurchfluteten und vogelgesangerfüllten Waldes, wurde mir mein Gedankenkreisen bewusst. Ich bemerkte auch Langeweile, weil es nichts zu tun oder zu entdecken gab. Ich konnte mich nun endlich auf den Niemand konzentrieren und zog meine Kreise.

Irgendwann wurde ich innerlich stiller, hatte ich genug und war durstig geworden. Ich ging etwas tiefer in den Wald auf einem Tierpfad durch das Unterholz, das ganz von grünem Moos und Blaubeersträuchern bedeckt war. Zu meiner Freude kam ich über eine neu entdeckte Abkürzung an die Lieblingsstelle an einem kleinen Waldbach, wo ich gerne sitze und das Plätschern genieße und mich an der Schönheit der moosbewachsenen Landschaft erfreue. Ich trank aus dem Bach und setzte mich zum Meditieren unter einen Baum, der trotz des Regens am Vortag ein trockenes Nadel- und Tannenzapfenkissen bot. Ich führte eine Meditation zur Aktivierung des kosmischen Bewusstseins durch, auf die ich in einem weiterem Beitrag noch eingehen werde. Sie erinnerte mich wieder daran, dass wir immer Träumen, selbst wenn wir erwacht sind. Es sei denn wir ruhen in absoluter Stille. Und gleichzeitig kann ich seit Tagen dieses Gewahrsein, dass ich Alexander und sein Ego träume und mit Hilfe seiner einzigartigen Gaben in der Welt bin besser halten. Ich kann als Bewusstsein durch Alexander in allem was ihm Freude macht, der Welt zu dienen. Ich lerne gerade, es zu halten, als hätte sich die Wahrnehmung einfach umgedreht. Nicht mehr nehme ich aus dem Ego quasi von unten die absolute Stille wahr, die mich seit nun seit fast 10 Jahren innerlich begleitet, sondern, die Stille – der niemand nimmt Alexander wahr und schaut durch ihn, wie immer durch die Welt. Der Unterschied ist scheinbar nur minimal, aber doch enorm und seiner Tragweite und genau, dass möchte ich mit diesem Tagebuch festhalten, damit es immer mehr von uns gelingt als Niemand immer liebevoller, weiser und kraftvoller durch das zu schauen als was wir uns gerade verkörpert haben.

Weitere Themen in Kürze:

Der Welt-traum besteht nur aus Gedanken und Gefühlen 

Von oben geschaut ist das Überich viel milder als von unten

Die kosmische Bewusstseins-Meditation

Achtsames Denken und Fühlen

Wenn wirklich ein Gefühl kommt, dann aber auch ganz

Die hartnäckigen Lebensthemen (Eltern, Geld, Partnerschaft …) brauchen Zeit, das Kreisen in Gedanken und Gefühlen darum, nützt nix. 

Alle sind das selbe „Ich bin“ – nichts arbeitet gegen mich… 

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